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Vorschusslorbeeren vom Minister

Rhein Zeitung, 17. Mai 2001

"Einfach und genial": KFH-Studenten entwickeln Pflege-Netzwerk – Bei Gründerwettbewerb mit 10 000 Mark prämiert Zwei Mainzer Studenten wollen einen neuen Pflege-Informationsdienst gründen. Vom Bundeswirtschaftsminister gab es bereits Vorschusslorbeeren. „Unser Konzept ist so einfach wie genial“, sagen Sebastian Köster und Johannes Palm. Bescheiden klingt anders. Immerhin: Auch Bundeswirtschaftsminister Werner Müller hat sich schon angetan gezeigt von den Ideen der beiden Studenten der Katholische Fachhochschule Mainz. Aus Müllers Händen nahm das Duo in Berlin den mit 10 000 Mark dotierten Preis des Gründerwettbewerbs Multimedia 2000 für sein Projekt „Vernetzung im Gesundheitswesen“ entgegen. Nehmen wir einmal an, dass der Politiker auch die im Ministeriumsmaßstab eher geringe Summe mit Bedacht vergibt. Denn für was der Minister die Summe herausrückte, das bleibt teilweise noch im Dunkeln. Die Idee ist aus Sicht der angehenden Jungunternehmer so einfach und genial, das sie leicht zur Beute von Konkurrenten und Plagiateuren werden könnte. Auch in Berlin wahrten die Verantwortlichen über die Projekte der Preisträger Diskretion, erzählen die beiden. „Wir sind mitten im Diplomstress und können erst im Spätsommer durchstarten“, sagt Palm. Kern des Projektes: Der 34-jährige Palm und sein 33-jähriger Kommilitone wollen eine Deutsche Pflege Informationsdienst GmbH ins Leben rufen. Ziel ist es, rund 25.000 Dienstleister auf dem Gesundheitsmarkt n einem Netzwerk zu verbinden. Dazu gehören Krankenhäuser, ambulante Dienst und Krankenkassen. „Ein zentrales Ziel ist die Eindämmung der Kostenexplosion im Gesundheitswesen“, erläutert Köster. Das Duo weiß, wovon es redet. Beide sind gelernte Krankenpfleger und setzten derzeit an der KFH den Studiengang Pflegemanagement drauf. Schon seit einiger Zeit sind Köster und Palm als Dienstleister in Sachen Pflegeberatung im Geschäft. Dabei suchen sie zum Beispiel für ihre Kunden nach geeigneten Einrichtungen und helfen bei Anträgen an die Pflegversicherung. Auch die Überprüfung von Pflegeleistungen zum Beispiel im Auftrag der Verwandten bieten sie an. Das Angebot scheint gefragt in Zeiten, in denen sich die Negativ-Schlagzeilen über die Zustände in Altenheimen häufen. Das Duo will die Erfahrungen auch für seinen jetzt preisgekrönten Info-Dienst in Sachen Pflege nutzen. Auch bei ihrer neuen Idee fühlen sich die beiden sicher. Die Studenten suchen derzeit nach Softwareentwicklern und Risikokapital. Auch Palms Heimatstadt Andernach hat bereits Interesse angemeldet. „Schließlich werden wir mit dem Projekt einige Arbeitsplätze schaffen.“